
Die Geschmacksprobe am Samstag
Obwohl sie sich wie echte Detektive fühlten, sahen sie nicht wirklich danach aus. Die dicken Schals um den Hals gewickelt stapften Ole, Bomm und Till durch den kalten hohen Schnee. Der eisige Nordwind und die Kraft der Dunkelheit machte den Dreien schwer zu schaffen, brachte sie aber keinesfalls von ihrem abenteuerlichen Vorhaben ab. Anna hatten sie natürlich nicht mitgenommen, denn dafür war sie einfach noch zu klein. Das matte Licht der Glühwürmchen Laternen wies ihnen den Weg durch die Morgendämmerung. Damit ihre Eltern keinen Verdacht schöpften, versuchten sie pünktlich zum Frühstück wieder zurück zu sein. Das hatten sie auch ihrer Schwester versprochen.
Als sie endlich erschöpft an den grossen schwarzen Metalltoren der Glitzerfabrik ankamen, stellten sie enttäuscht fest, dass diese fest verschlossen waren und ihnen der Zutritt zunächst verwehrt blieb. Doch Ole hatte eine Idee. Er kannte sich auf dem Gelände bestens aus und erinnerte sich an das Loch im nahegelegenen Holzzaun. Entschlossen kletterten sie hindurch und marschierten schnurstracks zu der grossen Lichtung, auf der sie den «Schwarzen Glitzer» entdeckt hatten. Den Wichteljungen bot sich ein trauriger Anblick. Wie ein riesiger schwarzer Teppich überzog der Glitzer den Schnee zwischen den Bäumen und schien seine magische Wirkung komplett verloren zu haben.
Es war an der Zeit sich der Detektiv-Arbeit zu widmen und das Material genauer unter die Lupe zu nehmen. Doch was war das denn bitte? Ole bemerkte plötzlich dunkle Rauchwolken am Himmel, die aus dem Wichteldorf zu ihnen herüberzogen. Was hatte das zu bedeuten? Könnte der Rauch etwas mit der Farbe des Glitzers zu tun haben? Und woher genau kam er? Professionell machte sich Ole auf einem kleinen Block Notizen, die er später noch auswerten würde. Genauso überraschend wie die Rauchwolken über ihnen erschienen, genauso schnell waren sie leider auch wieder verschwunden und Ole konnte in dieser Richtung nicht weiterermitteln. «Sehr interessant!» murmelte Ole vor sich hin, während Till und Bomm sich über den «Schwarzen Glitzer» beugten, um weitere Recherchen vorzunehmen.
Bomm: «Geruch? Neutral.»
Till: « Geschmack? Igitt. Was ist das denn?» Angewidert spuckte Till den Schnee wieder aus und hielt seinen Brüdern ebenfalls eine Prise vor ihre Gesichter.
Ole war sich absolut sicher: Das war eindeutig ein salziger Geschmack. Demnach gab es eine klare Verbindung zwischen dem Salz und dem schwarzen Glitzer, was Ole sofort in seinem Büchlein niederschrieb. Völlig entsetzt viel Ole auf, dass Papa Ditmar Salz hasste und fragte sich ernsthaft, ob es hier nicht doch einen Zusammenhang gab. «Was meint ihr, hat Papa vielleicht doch etwas damit zu tun? Er ist doch nicht unter die Salz-Dealer gegangen?» erkundigte er sich nachdenklich bei seinen Brüdern.
«Was wenn doch? Wir müssen es einfach herausfinden, auch wenn es schwierig wird!» antwortete Till. «Schliesslich geht es auch um Glitzerfurt und Weihnachten.»
«Lieber wäre mir, wir könnten Papa’s Unschuld beweisen!» schaltete sich Bomm ein.
Die drei Wichteljungen schworen beim heiligen Kobold, dass sie ihrem Vater helfen und den Fall selbst lösen wollten. Dann entnahmen sie noch eine kleine Probe des «Schwarzen Glitzers», steckten ihn vorsichtig in ein kleines Säckchen und verliessen eilig das Gelände. Pünktlich zum Frühstück sassen die Geschwister am Tisch und brannten regelrecht darauf ihre Notizen auszuwerten und weiter an ihren Ermittlungen zu arbeiten.
