Kapitel 18

Den beiden aufgeweckten Spionen Till und Bomm wurde es zuhause viel zu langweilig. Das lange Warten auf ihren grossen Bruder und die ernüchternden Ermittlungen um ihren Vater am Morgen veranlassten sie zu neuen Strategien.

«Und wie wäre es, wenn wir einfach nochmal zur Glitzerfabrik laufen und uns erneut umsehen? Ich denke das kann doch nicht schaden oder? Wir sind rechtzeitig zurück bevor jemand etwas bemerkt.», meinte Till. «Gute Idee! Sonst sitzen wir hier weiterhin tatenlos rum. Also, dann schnell los!», entgegnete Bomm.

Sie machten sich augenblicklich auf den Weg und als sie am Gelände ankamen entdeckten sie rasch das Loch im Zaun, durch welches sie beim letzten Einbruch eingedrungen waren. Dieses Mal wollten sie sich nicht die Lichtung vornehmen. Im Fokus stand die Fabrik mit den roten alten Backsteinmauern und den hohen Schornsteinen. Im vorderen Teil des Gebäudes befand sich der Empfang mit einem Tresen aus Wurzelholz, hinter der immer eine Dame mittleren Alters mit Dutt und goldener Lesebrille sass und die Besucher in Empfang nahm. Von der Empfangshalle aus genlangte man in die Büros, einem Sitzungszimmer und natürlich in das riesige Chef-Büro von Mr. Glitterbottom.

Die Zwillinge hatten Glück! Die Eingangstür war nicht verschlossen und es schien auch niemand zu arbeiten. Natürlich nicht, denn es war ja Sonntag. Dennoch bewegten sie sich leise und vorsichtig von der Tür zur Polstergruppe, danach zur Säule und schliesslich duckten sie sich hinter dem Empfangstresen und lauschten kurz auf. Da es weiterhin ruhig im Gebäude war schauten sie sich kurz um und entschieden sich für die grosse Tür und drangen in das Chef-Büro ein. Die Tür liessen sie zur Sicherheit einen Spalt offen. Zu tiefst beeindruckt von dem pompösen Mobiliar des schmucken Büros machten sich die beiden Spionage-Jungs auf die Suche nach Hinweisen. Den langen Besprechungstisch in der Mitte des Raumes beachteten sie nicht und widmeten sich lieber dem zentralen Herzstück des Zimmers, dem riesigen Schreibtisch. Mit dem Pult zu beginnen schien ihnen nur logisch. Behutsam öffnete Bomm die oberste Schublade und spähte neugierig hinein. In diesem Moment hörten sie Laute aus der Eingangshalle und die Zwillinge erstarrten kurz vor Schreck. Laute Schritte hallten durch den Empfangsbereich, als sich Till und Bomm so schnell sie nur konnten hinter den bodenlangen Vorhängen eines Fensters versteckten. Vor lauter Nervosität klopften ihnen die Herzen bis zum Hals.

Die Bürotür sprang auf und herein spazierten Mr. Glitterbottom und Sugar Crocket, die an dem Sitzungstisch Platz nahmen und sich fokussiert über ihren Fall austauschten.

Glitterbottom:» Nach Aussagen des Chefs der Laternenfabrik scheint dieser Ditmar Wichtelmann eine saubere Weste zu haben. Doch ich traue dem Wichtel nicht. Die Spuren in seinem Büro und die Reaktion der Eichhörnchen waren ziemlich klar.»

Sugar: « Der hat doch irgendwo Dreck am stecken. Das spüre ich! Vielleicht hat der Wichtelmann auf Montage die gesamte Stadt manipuliert, so dass die Eichhörnchen jetzt so reagieren. Wir müssen den in die Mangel nehmen! Wir brauchen eine Lösung!»

«Da gebe ich dir recht Sugar», erwiderte Mr. Glitterbottom, «aber nicht mehr heute. Lass uns morgen weiter ermitteln.»

Die beiden Männer verliessen das Gebäude und die beiden Wichteljungen krochen unbemerkt und erleichtert aus ihren Verstecken hervor. Ihre Gesichter waren kreideweiss.

Sie fragten sich was passieren würde, wenn sie ihren Vater tatsächlich etwas anhängen konnten. Müsste Papa Ditmar dann etwa zum Südpol? Mit diesen neusten Informationen im Gepäck rannten die Kinder so schnell sie konnten nach Hause.