Kapitel 21

Während Ole in der Bäckerei verschwunden war hielten es die Zwillinge vor Ungeduld kaum aus und sprangen nervös von einem Bein auf das andere. Genervt blickte Anna auf die tänzelnden Füsse der beiden und versuchte sie zu beruhigen. «Eure Nervosität bringt uns jetzt auch nicht weiter, Jungs. Also kommt mal runter!», beschwichtigte sie ihre Brüder. Doch diese hatten längst ganz andere Gedanken und schmiedeten einen Plan, wie sie die Langeweile überbrücken konnten. Hinter einer Tanne zu warten und nicht zu wissen wie und wann es für sie weiterging konnten sie jedenfalls kaum ertragen. Wie es bei Zwillingen häufig der Fall war, hatten auch Till und Bomm eine übernatürliche telepathische Verbindung zueinander. Meistens reichten ein paar intensivere Blicke, um sich mit einander zu verständigen. So passierte es auch dieses Mal. Da Anna ihnen natürlich nicht folgen konnte, weihten sie ihre Schwester in ihren Plan ein und erzählten ihr von der verrückten Idee.

«Till und ich klettern über die Regentonne auf das Dach, bis wir zum grossen Schornstein gelangen. Während du unten aufpasst, dass uns keiner sieht, schmeissen wir diese Knallfrösche in den Schlund.», erklärte Bomm. Anna entgegnete:» Aber warum können wir nicht einfach hier auf unseren Bruder warten und dann in Ruhe zur Schule gehen?»

«Na weil wir uns so bei deiner Schulkameradin Ronja Roetzebaeck rächen können. Wir machen das also quasi nur für dich!», antwortete Till. Das kleine Mädchen stiess die angehaltene Luft aus und willigte schlussendlich widerwillig ein. «Also schön. Dann machen wir es so.»

Das liessen die Brüder sich nicht zweimal sagen und bestiegen direkt die wackelige Regentonne unter dem schmalen Vordach an der Seite. Vom Vordach aus kletterten sie über eine kleine schwarze Feuerleiter auf das schräge Hauptdach und krochen langsam auf allen vieren bis zum Schornstein vor. Die kleine Schwester beobachtete sie genau und hoffte sehr, dass sie nicht hinunterfielen. Grade oben angekommen wurden Till und Bomm wieder mutiger, stellten sich grade auf und posierten selbstbewusst wie der Weihnachtsmann.

Die beiden kramten in ihren kleinen Hosentaschen um die Knallfrösche herauszuholen. Jeder von ihnen zündete einen an und dann zählten sie bis drei. Auf drei warfen sie lachend ihre Munition in den Schornstein und erschraken bei dem lauten Knall der ihnen entgegenkam. Ausserdem stieg eine grosse schwarze Rauchwolke aus dem Kamin hervor, so dass sich die Zwillinge schnell wegdrehen mussten, um nichts davon direkt einzuatmen.

Als sie sich grade umdrehten und hinunterschauten, sahen sie plötzlich Papa Ditmar auf die Bäckerei zugehen. Was machte der denn jetzt hier? Das passte den beiden so gar nicht in den Kram.

Auf einmal ertönten aus der Ferne Polizeisirenen und kurz darauf erblickten Till und Bomm einen ganzen Konvoi. Polizei, das CSI Nordpol und die Spürnasen Eichhörnchen bewegten sich schnurstracks in Richtung Bäckerei.

Die Wichteljungen sahen sich zu tiefst erschrocken an und fragten sich, ob man sie jetzt verhaften würde.